Interview: Herman Li über richtiges Gitarreüben

Letzte Woche haben wir euch gezeigt, wie Magnus Karlsson Gitarrespielen gelernt hat. Diese Woche stellen wir einen weiteren Ausnahmegitarristen vor, mit dem wir auf der Frankfurter Musikmesse gesprochen haben: DragonForce Gitarrist Herman Li.

„Wenn ich nicht täglich mit System übe, kann ich innerhalb von 2 Wochen meine eigenen Songs nicht mehr spielen.“

Während der letzten Jahre hat sich DragonForce als eine der Vorzeigebands in der Metal-Szene etabliert. Aktuell arbeiten sie gerade an ihrem neuen Album „Reaching Into Infinity“ mit dem sie einmal mehr ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen wollen.

Man ist nie zu alt, um ein guter Gitarrist zu werden

Der DragonForce Gitarrist hat uns erzählt, dass er vermeintlich erst relativ spät – nämlich mit 16 Jahren – das erste Mal zur Gitarre gegriffen hat. Bereits wenige Jahre danach gründete er Dragonforce mit Sam: „Wir wollten etwas Melodisches machen – etwas Melodisches und Einprägsames.“

Zu Beginn hat sich Herman sehr stark durch Gitarristen wie Bon Jovi beeinflussen lassen. Später haben vor allem Bands wie Metallica, Megadeth und Dream Theater seinen Spilstil geprägt. „Als wir die Band gestartet haben“, erzählt er uns im Interview, „haben wir eine Menge Trash, Death, Power und Progressive Metal gehört. Das hat uns damals einfach Spaß gemacht“.

Wie man gute Soli schreibt

Laut Herman gibt es mehrere Ansätze, um gute Soli zu schreiben. Auch Sam und Herman verfolgen unterschiedliche Ansätze. Sam komponiert jedes DragonForce Solo komplett aus. Er schreibt seine Parts nieder bevor er überhaupt mit dem Spielen beginnt. Zu den Melodien folgen im Anschluss Harmonien, die er eingehend übt und im Anschluss aufnimmt. Hermans Methode ist anders: „Mein Ansatz ist die Improvisation. Ich spiele so lange, bis ich etwas gefunden habe, das mir gefällt. Mir gefällt der zufällige und überraschende Aspekt dabei. Man weiß nie was dabei raus kommt. Im Nachhinein sehe ich mir dann an, was ich gemacht habe und schreibe es nieder.“

Strukturiere deine Trainingspläne

Als wir über Übungsroutinen sprachen, ist Herman besonders auf die Abläufe eingegangen. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass er nach demselben Prinzip wie Fretello vorgeht: „Wenn du eine neue Skala lernst, lern zuerst ein einzelnes Griffmuster vertikal am Griffbrett. Wenn du es beherrscht, lern‘ die anderen und fang‘ an sie horizontal miteinander zu verknüpfen. Am Ende übe ich dann noch diagonal.“

Der DragonForce Gitarrist betont auch, dass du nur dann optimal übst, wenn du das Gelernte zu Musik wie beispielsweise Backing Tracks spielst.

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Gitarrensoli und Videospiele

Der Stil von DragonForce wird auch stark von Videospielen definiert. Xbox-Spieler kennen dabei vermutlich den Song „Through the Fire and Flames“. Um Killer-Soli wie in dem Song zu spielen, muss Herman jeden Tag üben um seinen Level zu halten: „Wenn ich nicht jeden Tag übe, kann ich innerhalb von 2 Wochen meine eigenen Songs nicht mehr spielen.“

Florian Lettner
CEO & Co-Founder